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Wie Sie Immobilienkredit-Angebote vergleichbar machen – statt Äpfel mit Birnen zu ver­gleichen

Wer eine Immobilie kaufen oder bauen möchte, erhält oft schnell mehrere Immobilienkredit-Angebote und steht dann vor einer scheinbar einfachen Frage: Welches ist das günstigste? In der Praxis führt der reine Blick auf den Zinssatz jedoch häufig zu Fehlentscheidungen, weil Konditionen, Nebenkosten und Flexibilität stark variieren können. Wir von Baufi Franken - Ihre Baufinanzierung im Ballungsraum Nürnberg, Fürth und Erlangen zeigen Ihnen, wie Sie Angebote so strukturieren, dass Sie echte Vergleichbarkeit herstellen und die passende Finanzierung für Ihre Planung finden.

Gerade bei Baufinanzierungen in Nürnberg sehen wir oft, dass Angebote auf den ersten Blick ähnlich wirken, obwohl entscheidende Stellschrauben unterschiedlich sind. Dazu zählen Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgungsrechte oder Bereitstellungszinsen, die Ihre Gesamtkosten spürbar beeinflussen können. Wenn Sie diese Punkte systematisch prüfen, vermeiden Sie überraschende Mehrkosten und gewinnen mehr Sicherheit für Ihre Entscheidung.

Birne und Apfel auf Holztisch neben Maßband und Taschenrechner

Zins ist nicht alles: Effektivkosten, Bindung, Tilgung und Flexibilität

Der Sollzins (auch Nominalzins) beschreibt, zu welchem Zins Ihr Darlehen verzinst wird. Für einen fairen Vergleich von immobilienkredit-Angeboten reicht er allein nicht aus, weil er nichts darüber sagt, welche Zusatzkosten eingerechnet sind oder wie flexibel Sie auf Veränderungen reagieren können. Entscheidend ist, ob das Angebot zu Ihrer Planung und Ihrem Zeitrahmen passt.

Der Effektivzins berücksichtigt neben dem Sollzins weitere preisbestimmende Faktoren (z. B. bestimmte Kostenbestandteile, die in den Effektivzins einfließen können). Trotzdem gilt: Selbst der Effektivzins macht Angebote nicht automatisch voll vergleichbar, wenn Zinsbindung, Tilgungsplan oder Sonderrechte unterschiedlich sind. Achten Sie deshalb immer auf das Gesamtpaket aus Preis und Regelwerk des Darlehens.

Wichtige Stellschrauben, die Sie nebeneinanderlegen sollten, sind insbesondere die Zinsbindung (z. B. 10, 15 oder 20 Jahre), der anfängliche Tilgungssatz (wie schnell Sie zurückzahlen) und die Flexibilität bei Sonderzahlungen oder Anpassungen. Eine niedrigere Rate durch geringe Tilgung kann kurzfristig entlasten, aber langfristig teurer werden, weil die Restschuld nach Ende der Bindung höher bleibt und Sie ein Zinsänderungsrisiko tragen. Sinnvoll ist eine Rate, die dauerhaft tragbar ist und gleichzeitig die Restschuld im Blick behält.

Sondertilgung, Tilgungssatzwechsel, Bereitstellungszinsen: Worauf Sie konkret achten

Viele Unterschiede zwischen Angeboten stecken in Details, die später richtig Geld kosten oder Ihnen zusätzliche Spielräume geben können. Prüfen Sie, welche Sondertilgungen pro Jahr erlaubt sind, ob ein Tilgungssatzwechsel möglich ist und ab wann Bereitstellungszinsen anfallen, falls sich Auszahlung oder Baufortschritt verschieben. So vermeiden Sie, dass ein vermeintlich gutes Angebot in der Umsetzung teurer wird.

Diese Punkte helfen Ihnen bei der Beurteilung und machen Konditionen transparent. Nehmen Sie sich die Zeit, die Angaben im Vertrag und in den Bedingungen konkret zu prüfen.

  • Sondertilgung: Wie viel Prozent der Darlehenssumme dürfen Sie jährlich zusätzlich tilgen, und gibt es Bedingungen (z. B. feste Stichtage)?
  • Tilgungssatzwechsel: Wie oft dürfen Sie den Tilgungssatz während der Zinsbindung anpassen, und in welchem Korridor?
  • Bereitstellungszinsen: Ab welchem Zeitpunkt nach Zusage fallen sie an, und gibt es eine bereitstellungszinsfreie Zeit?

Bei Neubau- oder Sanierungsvorhaben sind Bereitstellungszinsen besonders relevant, weil Auszahlungen oft in Raten erfolgen. Ein Angebot mit minimal besserem Zins kann unterm Strich schlechter sein, wenn die bereitstellungszinsfreie Zeit zu kurz ist und sich Bau oder Genehmigungen verzögern. Achten Sie deshalb darauf, dass die Regelung zu Ihrem Zeitplan und zu realistischen Pufferzeiten passt.

Risikofaktoren richtig einplanen: Raten-Puffer, Zukunftsplanung, Einkommenssicherheit

Ein guter Vergleich endet nicht beim Darlehensvertrag, sondern berücksichtigt Ihre Lebensrealität. Planen Sie einen Raten-Puffer ein, damit steigende Nebenkosten, Reparaturen oder vorübergehende Einkommensänderungen nicht zur Belastungsprobe werden. Eine Rate, die heute gerade so passt, kann bei veränderten Rahmenbedingungen schnell zu eng werden.

Denken Sie dabei an typische Veränderungen wie Familienplanung, Teilzeit, Jobwechsel, Selbstständigkeit oder absehbare Ausgaben für Auto, Kinderbetreuung oder Pflege. Je nach Situation kann eine längere Zinsbindung oder mehr Flexibilität (Sondertilgung, Tilgungssatzwechsel) sinnvoll sein, auch wenn der Sollzins dann manchmal etwas höher liegt. Wichtig ist, dass das Darlehen zu Ihrem Plan B passt, nicht nur zu Ihrem Plan A.

Auch die Einkommenssicherheit ist ein entscheidender Faktor. Wenn variable Gehaltsbestandteile, eine Probezeit oder befristete Verträge eine Rolle spielen, sollte die Finanzierung besonders robust aufgestellt sein. Wir empfehlen, nicht nur die Bankrate zu betrachten, sondern das Gesamtbudget inklusive Hausgeld, Instandhaltung und Versicherungen realistisch einzuplanen.

So entsteht eine Angebots-Shortlist: 3 Angebote mit identischen Eckdaten

Damit Sie nicht Äpfel mit Birnen ver­gleichen, erstellen Sie eine Shortlist aus drei Angeboten, die auf exakt denselben Eckdaten beruhen. Nur so erkennen Sie, welche Bank tatsächlich günstiger ist und welche Konditionen Ihnen mehr Spielraum geben. So entsteht eine Entscheidungsgrundlage, die auch bei Rückfragen belastbar bleibt.

Für die Shortlist sollten insbesondere diese Eckdaten identisch sein: Darlehensbetrag, Sollzinsbindung, anfänglicher Tilgungssatz, Auszahlungszeitpunkt beziehungsweise Bereitstellungszins-Regelung passend zu Ihrem Vorhaben sowie die gleiche Annahme zu Eigenkapital und Kaufnebenkosten. Wenn nur eine dieser Größen variiert, ist der Zinsvergleich verzerrt und die Monatsrate nicht mehr aussagekräftig. Achten Sie zudem darauf, dass die Laufzeitannahmen und eventuelle Auszahlungsvoraussetzungen vergleichbar sind.

Wenn Sie Ihre Shortlist haben, ver­gleichen Sie in einem zweiten Schritt das Kleingedruckte wie Sondertilgungen, Tilgungssatzwechsel, mögliche Ratenanpassungen und Kosten bei Vertragsänderungen. Genau hier entstehen in der Praxis die größten Unterschiede, obwohl die Angebote beim Zins scheinbar nahe beieinanderliegen. Auf Wunsch helfen wir Ihnen dabei, die Bedingungen strukturiert gegenüberzustellen.

Häufige Missverständnisse bei Zinsangaben und warum Beispielrechnungen trügen können

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass ein niedriger Sollzins automatisch das günstigste Angebot bedeutet. In Beispielrechnungen werden jedoch oft Annahmen verwendet, die nicht zu Ihrem Fall passen, etwa ein anderer Beleihungsauslauf, andere Auszahlungsszenarien oder eine Tilgung, die Ihre Restschuld am Ende der Bindung stark erhöht. Dadurch wirken Konditionen vergleichbar, obwohl sich die Gesamtkosten später deutlich unterscheiden können.

Ein weiteres Missverständnis betrifft den Effektivzins: Er hilft beim Vergleich, bildet aber nicht jede spätere Entscheidung ab, etwa zusätzliche Sondertilgungen oder eine Anpassung des Tilgungssatzes. Auch die Frage, ob eine Kondition an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist, wird in vereinfachten Beispielen nicht immer deutlich. Deshalb sollten Sie Beispielrechnungen immer auf Ihre Eckdaten umrechnen lassen und dabei die Gesamtbelastung über die Bindungszeit sowie die Restschuld am Ende betrachten.

Ein praktischer Hinweis: Wenn zwei Angebote eine ähnliche Monatsrate zeigen, kann trotzdem eines deutlich riskanter sein, weil es mit einem niedrigen Tilgungssatz arbeitet und die Restschuld hoch bleibt. Dann wird die Anschlussfinanzierung zum Kostentreiber, insbesondere wenn das Zinsniveau in einigen Jahren höher liegt. Ein sauberer Vergleich betrachtet daher immer auch die Entwicklung der Restschuld und Ihre Optionen für die Zeit nach der Zinsbindung.

FAQ: Faire Vergleichbarkeit bei Immobilienkredit-Angeboten

Welche Eckdaten müssen identisch sein, damit der Vergleich fair ist?

Identisch sein sollten mindestens Darlehensbetrag, Sollzinsbindung, anfänglicher Tilgungssatz, Auszahlungsszenario (inklusive bereitstellungszinsfreier Zeit) sowie die Annahmen zu Eigenkapital, Kaufpreis und Kaufnebenkosten. Nur dann lassen sich Rate, Restschuld und Gesamtkosten sinnvoll gegenüberstellen. Zusätzlich lohnt sich ein Blick darauf, ob Sonderrechte und Gebühren in den Angeboten gleich geregelt sind.

Was bedeutet Sollzins vs. Effektivzins für mich?

Der Sollzins ist der reine Vertragszins auf das Darlehen. Der Effektivzins bildet darüber hinaus bestimmte preisbestimmende Bestandteile ab und erleichtert den Vergleich, ersetzt aber nicht die Prüfung von Zinsbindung, Tilgung, Sondertilgungen und Vertragsflexibilität. Entscheidend ist am Ende, welche Gesamtkosten und welche Spielräume das Angebot für Ihre Situation bietet.

Wie wichtig sind Sondertilgungen wirklich?

Sondertilgungen sind wichtig, wenn Sie realistisch mit zusätzlichem Geld rechnen, etwa durch Boni, Erbschaft oder planbare Sparraten. Sie können die Laufzeit verkürzen und Zinskosten senken, bringen aber nur dann einen Vorteil, wenn sie ohne hohe Einschränkungen möglich sind und zu Ihrer Finanzplanung passen. Prüfen Sie daher auch, ob feste Termine, Mindestbeträge oder Gebühren vorgesehen sind.

Welche Rolle spielt die Beleihung?

Die Beleihung (häufig als Beleihungsauslauf betrachtet) beeinflusst die Zinskonditionen, weil sie das Verhältnis von Darlehen zu Objektwert beschreibt. Mehr Eigenkapital oder ein niedrigerer Darlehensbedarf kann zu besseren Konditionen führen, während ein hoher Beleihungsauslauf meist teurer ist und strengere Anforderungen nach sich ziehen kann. Für einen fairen Angebotsvergleich sollte diese Kennzahl daher in den Beispielrechnungen identisch angesetzt werden.


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