Als Selbständige oder Selbständiger kennen Sie das: Ein Monat läuft hervorragend, der nächste ist ruhig – und genau diese Schwankungen möchten Banken bei einer Immobilienfinanzierung möglichst genau verstehen. Damit Ihre Baufinanzierung nicht an fehlenden Unterlagen, einer zu optimistischen Haushaltsrechnung oder falsch eingeordneten Reserven scheitert, kommt es auf eine klare Vorbereitung und eine nachvollziehbare Darstellung Ihrer Zahlen an. Wir von Baufi Franken begleiten Selbständige im Ballungsraum Nürnberg, Fürth und Erlangen dabei, ihre Finanzierung so aufzusetzen, dass sie zur Realität des Unternehmertums passt.
Gerade bei der Baufinanzierung für Selbständige gilt: Je transparenter Ihre wirtschaftliche Lage dargestellt ist, desto leichter kann die Bank Risiken bewerten und passende Konditionen anbieten. Wer frühzeitig typische Stolpersteine entschärft, reduziert Nachfragen, beschleunigt Prozesse und vermeidet unangenehme Überraschungen kurz vor der Zusage.

Banken prüfen bei Selbständigen nicht nur das Einkommen, sondern vor allem dessen Stabilität und Belastbarkeit über mehrere Jahre. Dabei zählt weniger der beste Monat, sondern das Gesamtbild: Wie planbar sind Erträge, wie robust ist Ihr Geschäftsmodell, und wie gut sind Schwankungen finanziell abgefedert.
Typisch ist eine Bewertung entlang von drei Kernpunkten: Stabilität der Ertragslage, Brancheneinschätzung und Reserven. Die Bank möchte nachvollziehen, ob Ihr Unternehmen auch bei Auftragslücken, saisonalen Effekten oder Kostensteigerungen tragfähig bleibt und ob private und betriebliche Finanzen sauber getrennt sind.
Stabilität zeigt sich zum Beispiel in gleichmäßigen Umsätzen, wiederkehrenden Kunden, langfristigen Verträgen oder stabilen Deckungsbeiträgen. Branche bedeutet aus Bankensicht: Wie konjunkturabhängig ist Ihr Markt, wie hoch ist die Ausfallquote, und wie leicht lassen sich Aufträge ersetzen. Reserven sind nicht nur Guthaben, sondern auch verfügbare Liquidität, Rücklagen für Steuern und ein Puffer für Instandhaltung oder vorübergehende Einkommensrückgänge.
Bei Selbständigen entscheidet oft nicht die Menge, sondern die Lesbarkeit der Unterlagen. Banken möchten Ihre Zahlen schnell einordnen können, ohne verschiedene Versionen vergleichen oder fehlende Erklärungen nachfordern zu müssen. Eine saubere Struktur spart Zeit und vermittelt Professionalität.
In der Praxis werden häufig diese Dokumente angefragt, je nach Rechtsform und Einzelfall. Wenn Sie alles in einer klaren Reihenfolge aufbereiten und Abweichungen kurz erklären, wirkt Ihr Antrag deutlich runder.
Banktauglich bedeutet vor allem: konsistente Zahlen und kurze Einordnungen. Hilfreich ist eine einseitige Übersicht, die Umsatz, Gewinn, Privatentnahmen, Steuern und vorhandene Liquidität pro Jahr zusammenfasst und einmalig erklärt, warum ein Jahr besser oder schwächer war.
Schwankungen sind bei Selbständigen normal, aber sie müssen zur Finanzierung passen. Banken kalkulieren häufig mit Durchschnittswerten und Sicherheitsabschlägen, um das Risiko zu reduzieren. Wenn Ihre eigene Haushaltsrechnung zu optimistisch ist, entsteht eine Lücke zwischen Ihrer Planung und der Banklogik – und genau das führt oft zu Rückfragen oder Ablehnungen.
Eine realistische Haushaltsrechnung setzt an zwei Punkten an: Sie trennt private von betrieblichen Zahlungsströmen, und sie bildet schwächere Monate mit ab. Das gelingt, wenn Sie nicht nur den Gewinn betrachten, sondern auch Privatentnahmen, Steuernachzahlungen, Versicherungen, Vorsorge und Ihre laufenden Lebenshaltungskosten berücksichtigen.
Bewährt hat sich, mit einem konservativen, tragfähigen Monatswert zu rechnen, der auch bei schwächerer Auftragslage erreichbar ist. Zusätzlich sollten variable Bestandteile wie Boni, Einmalprojekte oder unregelmäßige Ausschüttungen nicht voll angesetzt werden, sondern als Puffer dienen. So entsteht eine Finanzierung, die sich auch dann noch gut anfühlt, wenn das Jahr nicht wie geplant startet.
Eigenkapital ist bei einer Baufinanzierung für Selbständige oft doppelt wichtig: Es beeinflusst den Beleihungsauslauf und damit die Konditionen, und es wirkt als Sicherheitspuffer für Zeiten mit geringeren Einnahmen. Gleichzeitig dürfen Rücklagen nicht komplett in die Immobilie fließen, weil Sie als Unternehmerin oder Unternehmer weiterhin Liquidität für Steuern, Betrieb und unvorhergesehene Ereignisse benötigen.
Eine passende Strategie bedeutet daher: Eigenkapital für Kaufnebenkosten und einen sinnvollen Anteil am Kaufpreis einplanen, aber zugleich ein separates Reservenkonto belassen. Auch Instandhaltung, Modernisierung und vorübergehende Umsatzeinbrüche sollten nicht über den Dispo aufgefangen werden müssen, sondern über eingeplante Puffer.
In unserer Beratung für die Baufinanzierung in Erlangen achten wir darauf, dass die Finanzierung nicht nur heute genehmigungsfähig ist, sondern langfristig zu Ihrem Cashflow passt. Dazu gehört auch, Tilgung und Zinsbindung so zu wählen, dass Sie Spielraum behalten, ohne die Gesamtkosten aus dem Blick zu verlieren.
Ablehnungen passieren bei Selbständigen oft nicht wegen eines einzelnen Werts, sondern wegen einer Kombination aus Unklarheiten, fehlenden Nachweisen oder zu knappen Puffern. Wenn Banken das Risiko nicht sicher einordnen können, entscheiden sie häufig vorsichtiger. Genau hier lohnt sich eine vorausschauende Vorbereitung.
Typische Gründe sind stark schwankende Gewinne ohne Erklärung, zu geringe Liquidität nach dem Kauf, hohe laufende Verpflichtungen, eine Vermischung von privaten und betrieblichen Finanzen oder offene Punkte in der Schufa sowie bestehende Kreditlinien, die nicht sauber dokumentiert sind. Auch eine zu optimistische Haushaltsrechnung oder unvollständige Unterlagen führen regelmäßig zu Verzögerungen und am Ende zu einer negativen Entscheidung.
Entschärfen können Sie diese Punkte, indem Sie Schwankungen kurz begründen, Rücklagen sichtbar machen und eine klare Unterlagenmappe erstellen. Ebenso hilft es, vorab zu prüfen, welche Rate auch im schwächeren Szenario tragbar ist, und diese Tragfähigkeit mit Zahlen zu untermauern. Wir unterstützen Sie dabei, den Antrag so aufzubauen, dass die Bank Ihre Situation schnell versteht und verlässlich bewerten kann.
Häufig sind 3 Jahre Selbständigkeit ideal, weil dann mehrere abgeschlossene Steuerjahre vorliegen und sich ein belastbarer Durchschnitt bilden lässt. In manchen Fällen kann es auch mit 2 Jahren funktionieren, wenn Branche, Auftragslage und Reserven sehr gut dokumentiert sind.
Der Steuerbescheid gilt oft als besonders verbindliche Grundlage, weil er ein abgeschlossenes Jahr bestätigt. Die BWA ist wichtig, um die aktuelle Entwicklung zu zeigen, besonders wenn das letzte Steuerjahr länger zurückliegt oder sich Ihr Geschäft zuletzt deutlich verändert hat.
Bereiten Sie eine kurze Erklärung der Schwankungen vor und rechnen Sie mit einem konservativen Durchschnitt, der auch schwächere Monate abdeckt. Zusätzlich sollten Sie Reserven sichtbar machen und Ihre Haushaltsrechnung so aufsetzen, dass die Rate auch im schlechteren Szenario tragfähig bleibt.
Zusätzliche Sicherheiten können helfen, das Risiko aus Banksicht zu reduzieren, etwa durch verwertbares Vermögen oder weitere belastbare Sicherheiten. Ob das sinnvoll ist, hängt von Ihrer Gesamtsituation ab, denn Sicherheiten ersetzen keine tragfähige Haushaltsrechnung und keine nachvollziehbaren Unternehmenszahlen.